WELCOME TO MY BRAIN

Die Installation „Welcome to my brain“ entstand im Rahmen des Szenographiekurses „I´m not living in a box“ unter Leitung von Prof. Wolf Gutjahr. Zielsetzung war der Versuch subjektive Wahrnehmung von Raum zu suggerieren. Geometrische Basis war der alltägliche Weg von meiner Wohnungstüre zur Fachhochschule, welcher subjektiv betrachtet immer anders wirkt.

Auch wenn es immer die gleichen geometrischen Vorgaben sind. Die Wahrnehmung von Raum ist abhängig von SITUATIONEN, die wiederum abhängig von AKTEUREN, der KOMBINATION von Akteuren, dem ZEITFAKTOR wann Charaktere aufeinander treffen und den GEOMETRISCHEN GRUNDLAGEN sind.

Ich selektierte die Situationen die ich auf meinem Weg durchlaufe in positive und negative Situationen. Die natürlich nie starr an einer „Stelle“ des Weges beharren, sondern in Abhängingkeit der Parameter entstehen.
Dabei ist in jeder Situation ein positiver und ein negativer Moment vorhanden. Eine neue Situation entsteht durch das Überwiegen einer Emotion und entscheidet über die neue Gesinnung der Situation. Dieses System ist übertragbar und ähnlich einer Dauerschleife die in gleicher Erscheinung wiederkehrt. Wie ein Fixpunkt einer Dauerschleife mit zeitlichen und geometrischen Unterschieden und Gleichnissen.

Dieses System ist auch übertragbar auf den Menschen an sich. In uns stecken unterschiedliche Charaktere bzw. Charakterzüge die in manchen Situationen überwiegen und/oder sich zu einem großen Ganzen mischen. Mit dem Betreten meiner Installation, befindet man sich dementsprechend in einer audiovisuellen Darstellung verschiedener Situationen und damit meiner Selbst

Räumlich betrachtet habe ich in 8 schon vorhandenen Schränken Musikboxen eingezogen. Deren audiales Innenleben besteht aus 8 verschieden Musikstücken, 8 verschiedenen Musikgenres deren Texte ich eingesprochen haben und welche in Dauerschleife abgespielt werden.

Durch das Anpassen der Textlänge bzw. Geschwindigkeit auf einen jeweiligen Haupttext entstehen unterschiedliche Hintergrundgeräusche wie untergründige Stimmen oder Charaktere. Diese Musikstücke werden durch ein optionales öffen der Schranktüren konfrontriert. Durch die Interaktion mit dem Besucher entsteht eine Neue Situation die je nach zeitlicher Taktung einer Kakophonie oder einer künstlich eingebauten Euphonie gleicht.

Im Innenleben der Box befindet sich eine Art Bibliothek des Charakters, bestehend aus einer Ansammlung von Büchern die prägend für den Charakter gewesen sein könnten. So befindet sich beispielsweise in der Musikbox PUNK eine Tonspur des Textes von Patti Smiths Interpretation von „GLORIA“.

Die Bücherauswahl bezieht sich auf Menschen und Bücher die prägend für ihren Charakter gewesen sein müssen. Wie Bob Dylan, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Lou Reed und Zelda Fitzgerald. Diese Ansammlung von prägenden Charakteren enthält wieder das übertragbare System der positiven und negativen Momente, welches sich auch dort wieder weiterführen lässt.

Fazit ist, dass wir als Bewegung im Raum beeinflusst sind von unterschiedlichsten Einflüssen, Charakterzügen, zeitlichen Taktungen und Begegungen.

Die Gesinnung von Raum verantworten wir demnach mit: Auf Aktion folgt Reaktion

All images ©: Valerie Kraemer